Deutsche Meisterschaften der U16 Leichtathleten in Bochum-Wattenscheid am 18./19.08.

Vor genau einer Woche sind die Europameisterschaften der Leichtathletik zu Ende gegangen. Für viele junge Nachwuchsathleten, die mit den Deutschen Athleten mitgefiebert haben, ist es bis dahin noch ein weiter Weg. Ein Zwischenstopp sind die Deutschen Meisterschaften im Schüler und Jugendbereich. In der Altersklasse der weiblichen W15 und männlichen M15 haben 600 Athleten die Norm für die Deutschen Meisterschaften erfüllt und kämpften am 18. und 19.08. in Bochum-Wattenscheid um die jeweils 16 zu vergebenden Titel.

Amélie Unkel von der LG 90 Ebersberg-Grafing qualifizierte sich mit 12,16 s für die 80 m Hürden. Sie fuhr damit zum ersten Mal auf die nationale Meisterschaft, die doch nochmal eine andere Kategorie als die Oberbayerischen oder Bayerischen Meisterschaften sind. Exakt getaktete Laufzeiten, Aufwärmen ist nur auf dem Aufwärmplatz erlaubt, Callroom-Zeiten vor den Läufen, alles ganz anders als man das kennt und fast so ähnlich wie bei den Profis bei der EM. Entsprechend steigt da die Nervosität an und um der Situation Herr zu werden und auf alles vorbereitet zu sein, war Amélie schon am Vortag im Stadion um Meldezettel abzugeben und die Abläufe einmal gesehen zu haben.

Am Wettkampftag steigt die Aufregung auf dem Weg ins Stadion nochmal an, mit Beginn des Aufwärmprogramms kommt aber doch etwas Routine rein und der Kopf ist mit was anderem beschäftigt. Erst im Callroom und mit dem Einlauf ins Stadion sieht man sich wieder einer neuen Situation ausgesetzt und ist aufgeregter als man dies gewohnt ist. Vor allem wenn man gleich im ersten Vorlauf antritt. Evtl. war die Aufregung aber genau das letzte Quäntchen was Amélie brauchte. Mit der 24. gemeldeten Zeit war das Ziel in erster Linie eine neue Bestleistung und damit evtl. den Einzug ins B-Finale zu schaffen (Aufgrund der geringeren Teilnehmerzahl, wurde auf ein Halbfinale verzichtet und sofort das Finale gelaufen). Hauptaugenmerk lag in den letzten Wochen vor der Meisterschaft auf dem Start und das Anlaufen der ersten Hürde. Amélie setzte dies hervorragend um, kam sofort in den Rhythmus und überquerte als zweite ihres Laufs mit 11,98 s die Zielline. Überglücklich mit dieser deutlichen Leistungssteigerung konnte jetzt geschaut werden, was in den anderen Läufen passiert und für was die Zeit noch reicht. Sicher im A-Finale sind nur die vier Laufsieger. Vier weitere Zeitschnellste komplettieren dann das A-Finale und laufen um die Medaillen, während die folgenden acht Athleten im B-Finale starten. Am Ende war der erste Vorlauf mit Amélie der schnellste und ihre Zeit reichte als achte sogar für das A-Finale. Bei ihrer ersten Teilnahme an nationalen Wettkämpfen steht somit gleich ein Meisterschaftsfinale auf der Habenseite.

Nach einer kurzen Cool-Down – Phase mit Auslaufen und Mobilisierung wurden erstmal die Beine hochgelegt und die Zeit bis zum Finale genutzt um den Akku wieder aufzuladen. Ein verkürztes Aufwärmprogramm reicht anschließend um sich erneut auf den Hürdensprint vorzubereiten. Das Ziel war nun natürlich eine bessere Platzierung als Platz 8. Mit 1 m/s Gegenwind blies der Wind aber kräftig in die falsche Richtung und machte es den Athletinnen nicht einfach. Mit 12,07 s lief Amélie aber wieder eine sehr gute Zeit und erreichte am Ende einen hervorragenden 6. Platz über die 80 m Hürden.

Bayerische Meisterschaften der U16 am 14./15.07.2018 in Kitzingen

Die Bayerischen Meisterschaften begannen bereits am Freitag auf der Autobahn. Genauer auf einer Raststätte. Da die Bayerischen Meisterschaften der U16 in Kitzingen, kurz vor Würzburg, stattfanden, brachen Amélie Unkel, Carolina Divertito, Magdalena Weiß und Nele Speidel und ihr Trainer Marcus Kusian bereits am späten Nachmittag des Vortages auf. Um dem Pendlerstau aus München raus zu umgehen, bereiteten die Athleten ein reichliches Abendessen vor und sobald der Stau stärker zunahm, wurde auf einer Raststätte zu Abend gegessen. Mit Wurst, Brot, Käse, Streichwurst und Pfannkuchen mit nutella wurde für die nächsten zwei Tage Kraft getankt.

Am Samstag ging es für Amélie im Hürdensprint der W15 um die Qualifikation für das Finale. Mit der Meldeleistung von 12,16 s war sogar ein Podestplatz drin und ein wenig anvisiert. Etwas holprig kam sie dann aus dem Startblock und musste dann tatsächlich um ihren Finalplatz bangen. Eine Stunde später steigerte sie sich aber deutlich und wurde mit 12,18 s in einem sehr spannenden und knappen Finale gute Vierte.

Am frühen Nachmittag war Magdalena im Stabhochsprung der W14 dran. Als Zweite der Bayerischen Bestenliste sollte es auf jeden Fall eine Medaille werden. Doch Magdalena plagte in der Woche eine Sommergrippe und reiste etwas geschwächt an. Um Kräfte zu sparen wurde auf viele Sprünge beim Einspringen verzichtet und die Einstiegshöhe höher gewählt als bisher. Mit zwei sauberen Sprüngen über 2,55 m und 2,70 m war dann sogar schon der zweite Platz sicher. Leider fehlte dann doch ein wenig die Energie für höhere Höhen um die beste des Tages anzugreifen und so durfte Magdalena ihre Silbermedaille entgegen nehmen.

Zum Abend hin fanden die Staffelwettbewerbe statt und die LG 90 schickte in der WU16 in der Besetzung Carolina, Nele, Magdalena und Amélie eine starke Staffel ins Rennen. Die Staffelwettbewerbe in der Saison liefen nie so ab wie wir uns das bisher vorgestellt hatten, so dass die Hoffnung durchaus berechtigt war, mit einem guten Lauf ins Finale vorzustoßen. Nur leider war Nele etwas zu nervös. Auf ihren ersten Bayerischen Meisterschaften nach einem halben Jahr Leichtathletiktraining lief sie zu früh los und Carolina konnte sie vor dem Ende des Staffelraums nicht mehr erreichen. Das bedeutete die Disqualifikation und ein etwas betrübliches Gefühl zum Ende des ersten Tages.

Der Sonntag begann mit Weitsprung der M15 und Tim Dannheuser von der LG 90. Extra in der Früh um 5:00 Uhr aufgestanden war Tim erst am Wettkampftag angereist. Ziel war eine Platzierung unter den besten 8 und damit die Teilnahme im finalen Wettkampf. Mit 5,67 m sprang er zwar nahe an seine Bestleistung heran, für die Top 8 hat es aber leider nicht gereicht. Mit seiner Leistung erreichte er einen sehr guten 10. Platz.

Während Tim beim Weitsprung startete, stand Nele im Startblock zu den 100 m in der Altersklasse der W14. Leider konnte sie die Nervosität vom Vortag nicht ganz ablegen und so geschah, was geschehen musste. Der erste Start in Nele’s Lauf wurde zurückgeschossen. Glücklicherweise war der gesamte Lauf sehr unruhig und es gab für alle nur eine Verwarnung. Beim nächsten Startversuch platzte bei Nele der Knoten. Mit 13,38 s erreichte sie den Zwischenlauf und verbesserte ihre Bestleistung deutlich nach unten. Nach dem Zwischenlauf erreichte eine überglückliche Nele einen insgesamt 14. Platz.

Den Abschluss der LG90 machten Anna-Lena Linke und Amélie im Stabhochsprung. Nach den Vorleistungen aus dem Jahr konnten beide auf eine Medaille schielen. Mit Ausnahme der Bestplatzierten waren alle sehr nah beieinander, was ein spannendes Finale versprach. Beide überquerten die 2,75 m und aufgrund der wenigeren Fehlversuche lagen sie auf den Plätzen zwei und drei, bevor es an die 2,85 m ging. Anna-Lena hatte mit einem technisch sehr sauberen Sprung etwas Pech, als die Latte einfach nicht liegen bleiben wollte. Amélie übersprang die 2,85 m im dritten Versuch und probierte sich anschließend noch an den 3 m, die dieses mal zu hoch aber bei weitem nicht unmöglich waren. Auf das Podest durften schließlich beide. Anna-Lena bekam die Bronzemedaille und Amélie die Silbermedaille umgehängt.

Bayerische Meisterschaften der U18 am 07./08.07.2018 in Erding

Mit Amina Boulahia und Sarah Berghammer war die LG90 mit zwei Athleten bei den Bayerischen Meisterschaften der U18 in Erding am 07. und 08. Juli vertreten. Beide lieferten einen starken Wettkampf ab und waren pünktlich zum Höhepunkt der Saison gut drauf.

Allerdings begann die Woche mit Sorgen. Amina zog sich am Wochenende davor eine Erkältung zu und konnte die gesamte Woche kaum trainieren. Rechtzeitig zum Wettkampf bessert sich aber ihr Zustand und so stand sie motiviert im Diskusring. Die Absage der Favoritin brachte nochmal einen extra Schub, war so doch ein Platz ganz oben auf dem Stockerl möglich. Mit einer starken Serie in der nur einer knapp unter 30 m war, platzierte sie sich sofort in der Spitzengruppe. Jeder Wurf war technisch sauber und so warf Amina im vierten Versuch den Diskus auf 32,11 m. Mit einem Überaschungswurf einer Konkurrentin stand am Ende ein starker zweiter Platz bei den Bayerischen Meisterschaften auf der Haben-Seite.

Am Nachmittag startete Sarah im Stabhochsprung. Mit angereisten 2,75 m war in erster Linie ebenfalls eine neue Bestleistung das Ziel. Bis 2,70 m nahm Sarah jede Höhe im ersten Versuch und konnte so ein wenig auf das Treppchen schielen. Speziell beim Einstich arbeitete Sarah extrem gut und konnte so viel Geschwindigkeit mit in die Anlage nehmen, die nötig ist um hoch zu springen. Anschließend lagen mit 2,85 m Bestleistung auf. Im letzten Versuch überquerte Sarah diese Höhe und versuchte sich anschließend zum ersten mal an den 3 m. Leider hatte sie im zweiten Versuch bei einem guten Sprung über diese Höhe etwas Pech und die Latte fiel unglücklich doch noch. Mit guten Versuchen über 3 m und erzielter Bestleistung von 2,85 m erreichte sie am Ende einen 5. Platz.

Bayerische Mehrkampfmeisterschaften am 30.06/01.07.2018 in Garmisch-Partenkirchen

Als einzige Starterin der LG 90 war Amélie Unkel in der W15 in Garmisch-Partenkirchen bei den Bayerischen Mehrkampfmeisterschaften, dies aber mit großen Ambitionen. Nach einer bisher sehr guten Saison und dem Verpassen der letztjährigen Deutschen Mehrkampfmeisterschaft um 20 Pkt. sollte es dieses Jahr auf jeden Fall eine Medaille werden und im Idealfall die Qualifikation für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaft in Wesel. Nach dem Ausfall der Südbayerischen Mehrkampfmeisterschaften war dies zugleich auch der erste Siebenkampf für Amélie.

Bei warmen Temperaturen und guten Bedingungen am Fuß der Zugspitze ging es mit 80 m Hürden los. Hier hat Amélie schon in den letzten Wettkämpfen eine sehr guten Eindruck hinterlassen und so sollte ein guter Hürdensprint zu Beginn durch den Siebenkampf tragen. Mit einem erstklassigen Lauf steigerte sie ihre persönliche Bestleistung auf 12,16 s und qualifizierte sich damit sogar für die Deutschen Einzelmeisterschaften im Hürdensprint Bochum-Wattenscheid.

Euphorisiert von diesem starken Auftakt lies Amélie 5,01 m im Weitsprung folgen und warf den Speer auf 27,31 m zu neuer Bestleistung. Zum Abschluss des ersten Tages knallte Amélie noch eine 12,98 s auf die Bahn und platzierte sich in der Spitzengruppe.

Der zweite Tag begann mit Kugelstoß und mit 9,07 m lies Amélie hier erstmals ein paar Punkte liegen. Im Training lief es zuletzt deutlich besser, der sehr guten erste Tag kompensierte die Leistung. Im Hochsprung hatte das gesamte Teilnehmerfeld aber etwas Pech mit dem Wind. Schon das ganze Wochenende kam immer wieder ein böiger Wind ins Stadion und der würfelte das Feld nochmals durcheinander. Mit überquerten 1,46 m schaffte Amélie gerade so das die nötige Leistung um mit einem guten 800 m – Lauf die nötigen 3575 Pkt. für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften zu erreichen. Im Kampf um den Titel Bayerische Mehrkampfmeisterin musste sie aber mit einem großen Rückstand auf die zwei Stadionrunden gehen.

Es deutete sich somit ein spannendes Finale an. Amélie lag vor dem 800 m – Lauf auf dem dritten Rang und sowohl nach vorne, als auch nach hinten war alles eng beieinander. Mit dem Startschuss deutete sich gleich ein schnelles Rennen an und Amélie lief mit 2:28,96 min eine neue Bestleistung und distanzierte so nicht nur ihre Konkurrentinnen die vor dem Lauf hinter ihr lagen sonder überholte so auch nicht die Zweitplatzierte.

Mit starken 3606 Pkt. belegte Amélie am Ende den zweiten Platz bei den Bayerischen Mehrkampfmeisterschaften und qualifizierte sich neben den 80 m Hürden auch im Siebenkampf für die Deutschen Meisterschaften.

Oberbayerische Meisterschaften in Freising (16.06.)

8 Athleten der Altersklasse U16 traten für die LG 90 Ebersberg-Grafing bei den Oberbayerischen Meisterschaften an. Nach den guten Ergebnissen aus der Vorwoche ließ die Form auf ein gutes Ergebnis hoffen. In der Altersklasse der W15 gingen Amélie Unkel, Anna-Lena Linke und Julia Vernickel an den Start. Amélie absolvierte mit Blick auf die Bayerischen Mehrkampfmeisterschaften ein umfangreiches Programm. Mit einem 3. Platz über die 80 m Hürden in 12,50 s begann der Tag hervorragend. Es folgten eine Bestleistung im Weitsprung (5,09 m), die mit einem 2. Platz belohnt wurde und mit starken 12,98 s eine weitere über 100 m im Finallauf (3. Platz). Im Hochsprung erreichte sie mit 1,45 m (6. Platz). Ebenfalls mit Bestleistung im 100 m – Sprint trumpfte Julia auf. Mit 13,82 s steigerte sie ihre Bestleistung der Vorwoche um drei Zehntel. Im Weitsprung sprang sie 4,00 m und im Hochsprung konnte sie leider die Anfangshöhe nicht überqueren. Anna-Lena startete in der Früh im Stabhochsprung und sprang mit 2,70 m Bestleistung und holte sich so den Titel Oberbayerische Meisterin. Anschließend sprintete sie auch im 100 m – Lauf zu einem neuen persönlichen Rekord von 14,04 s. In der W14 starteten Carolina Divertito, Magdalena Weiß und Nele Speidel. Carolina absolvierte einen umfangreichen und ausgeglichenen Wettkampf. Mit 14,43 s über 80 m Hürden, 4,43 m im Weitsprung, 1,35 m im Hochsprung und 22,65 m im Speerwurf bewegte sie sich immer in der Nähe ihrer Bestleistung. Im Weitsprung und Hürdensprint verbesserte sie diese sogar. Magdalena holte sich mit einer neuen Bestleistung von 2,80 m, die sie gleich im ersten Versuch locker übersprang, im Stabhochsprung den Titel der Oberbayerischen Meisterschaften. Im anschließenden Weitsprung kam sie auf 4,30 m. Nele verbesserte ihre Bestleistung aus der Vorwoche im 100 m – Sprint auf starke 13,57 s, was gleichzeitig die Qualifikation für die Bayerischen Meisterschaften ist. Weiterhin bestätigte sie die guten Leistungen von den Kreismeisterschaften mit 4,77 m im Weitsprung und 1,45 m im Hochsprung. Carolina, Nele, Anna-Lena und Amélie gingen zusätzlich in der 4 x 100 m Staffel an den Start. Mit guten Wechseln brachten sie sich in eine perfekte Ausgangssituation für die letzten 100 m. Leider klappte der letzte Wechsel nicht wie gewünscht und Amélie als Schlussläuferin musste nochmal Tempo rausnehmen, um einen ungültigen Wechsel zu vermeiden. Trotzdem reichte die Zeit von 53,36 s für den 4. Platz und ist gleichbedeutend mit der Qualifikation für die Bayerischen Meisterschaften. In der M15 ging Tim Dannheuser im Hochsprung an den Start. Mit überquerten 1,55 m wurde er dritter. Martin Schaumann startete in der Altersklasse der M14 im Hürdensprint, Weitsprung und Speerwurf. Nach einem einmonatigen Aufenthalt in Kanada fehlt ihm noch ein bisschen das Training. Mit 15,85 s wurde er vierter über 80 m Hürden, sprang 3,76 m Weit und warf den Speer auf 20,21 m.